Dampfen am Arbeitsplatz

Dampfen am Arbeitsplatz

Du fragst dich, ob du während der Arbeit vapen darfst und das vielleicht sogar direkt in deinem Büro und wie steht dein Arbeitgeber zu dem Thema? Wir erklären dir alle Fakten zur aktuellen Rechtslage über das Dampfen am Arbeitsplatz.

01.02.2020 - Lesezeit 1:39 Minuten

Wenn es um das Rauchen am Arbeitsplatz geht, kann der Arbeitgeber soweit erforderlich ein allgemeines oder beschränktes Rauchverbot erlassen. Doch wie sieht es mit der E-Zigarette am Arbeitsplatz aus? Zählt Dampfen als Rauchen? Viele Arbeitgeber stehen der E-Zigarette am Arbeitsplatz skeptisch gegenüber. Doch darf der Arbeitgeber das Dampfen am Arbeitsplatz untersagen?

E-Zigarette am Arbeitsplatz – das sagt das Gesetz

Laut § 5 der Arbeitsstättenverordnung, in der die Vorschriften zum Nichtraucherschutz geregelt sind, ist der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, seinen Mitarbeitern einen rauchfreien Arbeitsplatz zu gewährleisten. Er hat „Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind.”

Da explizit von Tabakrauch die Rede ist, gelten die Vorschriften zum Nichtraucherschutz nicht für E-Zigaretten. Zwischen Rauchen und Dampfen bestehen entscheidende Unterschiede! So verbrennt beim Dampfen kein Tabak. Stattdessen verdampfen tabakfreie Liquids, die zudem nicht zwangsläufig nikotinhaltig sind. Dampfen ist also nicht mit Rauchen gleichzusetzen.

Bislang gibt es noch keine einheitliche Gesetzgebung was die E-Zigarette am Arbeitsplatz angeht. Das heißt allerdings nicht, dass du automatisch an deinem Arbeitsplatz dampfen darfst, denn die Arbeitgeber können von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und das Dampfen am Arbeitsplatz verbieten.

Ist Passivdampfen schädlich?

Dampfen ist nicht mit Rauchen gleichzusetzen – gleiches gilt für Passivdampfen und Passivrauchen. Der Schadstoffanteil, der beim Rauchen einer Zigarette freigesetzt werden, ist um ein Vielfaches höher als beim Dampfen einer E-Zigarette. Eine in der Fachzeitschrift „Nicotine & Tobacco Research“ erschienene Studie zeigt, dass der Dampf von E-Zigaretten sekundenschnell verdunstet und die Raumluft nicht belastet.

E-Zigaretten-Dampf besteht hauptsächlich aus kleinen Wassertröpfchen, die wenige Sekunden nachdem sie in die Luft abgegeben wurden, verdampfen. Die restlichen Bestandteile des Dampfes sind größtenteils dieselben wie im E-Liquid - Propylenglykol, pflanzliches Glyzerin, Wasser, Aromen und je nach Liquid auch Nikotin. Je höher der Gehalt an Propylenglykol ist, desto weniger Dampf wird produziert und desto schneller verfliegt der Dampf. Je mehr pflanzliches Glyzerin ein Liquid enthält desto länger bleibt der Dampf erhalten.

Dampfen am Arbeitsplatz – wie soll ich mich verhalten?

Auch wenn keine einheitliche Gesetzgebung bezüglich der E-Zigarette am Arbeitsplatz existiert, solltest du nicht einfach an deinem Arbeitsplatz dampfen. Informiere dich, wie in deinem Unternehmen der Gebrauch von E-Zigaretten gehandhabt wird. Aus Rücksicht vor deinen Kollegen ist es ratsam, auf das Dampfen am Arbeitsplatz zu verzichten. Anders als Zigarettenrauch, dessen Geruch sich in Kleidern und Möbeln festsetzen kann, hält der Geruch von E-Zigaretten-Dampf nur sehr kurz an. Dennoch können sich Nicht-Dampfer durch den Liquidgeruch gestört fühlen oder gesundheitsschädliche Folgen durch Passivdampfen befürchten. Nimm also Rücksicht und genieße deine E-Zigarette zum Beispiel an der frischen Luft!